Sonntag, 21. Dezember 2014

Blogparade: Werte, Kultur und Gesellschaft - Perspektiven von 2015 bis 2025

“Was wird wohl mit unserer Gesellschaft passieren, in einer sich immer schneller wandelnden Welt? Dieser Frage stellt sich die von Guido Bosbach ((bosbach.mobi) initiierte Blogparade. Ein interessantes Thema, bei dem man im Ende wohl nur partiell richtig liegen kann. Hellseher bin ich jedenfalls nicht, also bin ich gespannt, wie es denn wohl um meine Trefferquote bestellt sein wird.
Frage: Wie werden wir miteinander umgehen?
Ich denke der Umgang zwischen den Menschen wird sich nicht grundlegend verändern, ich wünsche mir, dass die Menschen respektvoll und tolerant aufeinander zugehen und sehe durch die zunehmende Vernetzung hier durchaus Chancen. Wenn ich einen Menschen nicht kenne, fällt es mir leichter über ihn zu richten und Vorurteile zu pflegen, je mehr Menschen man kennen lernt, umso mehr bildet man ein Verständnis für die Belange des Einzelnen und seine Beweggründe aus. Insofern hoffe ich, dass wir näher rücken im Geiste, ohne dabei das was uns ausmacht und individuell unterscheidet zu verlieren. Wer offen ist für andere Sichtweisen, der ist fähig zu lernen.
Frage: Was bleibt uns wichtig, was verliert und was gewinnt an Bedeutung?
Hier möchte ich höchst subjektiv bleiben, denn ich weiß was mir heute wichtig ist und was mir ebenso in 10 Jahren wichtig sein wird. Schon in relativ jungen Jahren reifte in mir die Erkenntnis, dass die „Jagd nach Glück“ oder englisch „persuit for happiness“ nicht zielführend ist. Nein, ich denke nicht dass es unsinnig ist Träume oder Ziele zu haben, die habe ich auch, sie sind ein Motor. Wichtig ist, ein dauerhaft positives Lebensgefühl zu haben, das nicht im Mark erschüttert wird sobald ein Fehl- oder Rückschlag sich manifestiert. Scheitern ist unvermeidlich, im Großen wie im Kleinen, generell würde ich mir mehr Akzeptanz des Scheiterns und dem daraus resultierenden Lernen wünschen. Doch was ich eigentlich sagen wollte ist, dass ich mir Wünsche, dass die Menschen erkennen das Glück ein höchst flüchtiges, temporäres Gefühl ist. Wer dauerhaft ausgeglichen und mit seinem Leben im Reinen sein möchte, der sollte seine Zufriedenheit entdecken. Zufriedenheit lässt Fehlschläge akzeptieren, ebenso schützt sie vor zu viel Jubel und Tamtam bei Erfolgen. Zufriedenheit ist differenzierter, bescheidender, demütiger und vor allem wesentlich beständiger als Glück. Wenn ich mir etwas für unsere Gesellschaft wünsche, dann dass Glück an Wert verliert und Zufriedenheit als Basis eines schönen, produktiven und erfüllten Lebens erkannt wird.
Frage: Leben wir irgendwann nur noch Online?
Vielleicht irgendwann einmal, wenn virtuelle Realitäten wirklich Realitäten abbilden, es Holodecks oder eine Matrix geben kann. Ein erschreckender und zugleich interessanter Gedankengang, denn was wäre wenn alles potential der Menschen ohne Grenzen und Barrieren genutzt werden könnte, ein kollektiver Austausch von Wissen und Schaffung neuer Erkenntnisse. Ob ich das wirklich möchte? Ich weiß es nicht, ich möchte weder schwarz noch weiß malen.
Auf jeden Fall halte ich das in den nächsten 10 Jahren für vollkommen undenkbar, vielleicht erlebe ich noch die Anfänge von etwas derartigem, aber sicherlich nicht in greifbarer Zukunft. Und wie ich dann dazu stehe, ob ich Gegner oder Befürworter sein werde, darüber denke ich beizeiten nach.
Frage: Welchen Einfluss hat neues Arbeiten auf die Gemeinschaft?
Wenn es nach meiner Vision von New Work geht, dann hoffe ich, dass wir mehr Lebenszufriedenheit bei steigender Kreativität und individualunternehmerischem Denken schaffen können. Soll heißen, Menschen die gerne gemeinsam an Projekten und Zielen arbeiten, die gemeinsam etwas schaffen und erreichen. Im Gegenzug wünsche ich mir, dass der einzelne Mensch nicht mehr so standardisiert betrachtet wird, denn was für den einen gut ist, ist für den anderen nicht so gut. Wir brauchen mehr Respekt, Anerkennung und gegenseitige Wertschätzung. Potentialförderung statt beharren auf den weniger ausgeprägten Fähigkeiten (z.B.: Wer nicht gut vor Publikum reden kann, der wird niemals ein mitreißender Redner, also fördert doch bitte das was er wirklich kann). Wenn jeder Mensch sein Leben insgesamt nach seinen Wünschen gestalten kann und wir eine gesteigerte Zufriedenheit erreichen, dann vermute ich dass wir in Summe viel mehr erreichen könnten als noch heute üblich ist. Und das obwohl es bedeuten könnte, dass Herr A sich entscheidet dass 25 Stunden Arbeit pro Woche, bei geringerem Einkommen, weil ihm das besser zusagt als 60 Stunden zuarbeiten. Vielleicht hat Herr A ja so die Muse wirklich gute Ideen zu entwickeln, während er im 60 Stunden Hamsterrad vollkommen unkreativ, unzufrieden und unproduktiv wäre. Im Gegenzug ist Herr B vielleicht sehr glücklich über 60 Stunden Arbeit in der Woche und leistet somit am Ende auch großartiges. Ich denke das Hauptziel von New Work sollte sein, dass man den Menschen als einzelnen sieht und achtet.
Frage: Welche neuen Werte wünscht Ihr euch?
Neue Werte? Gar keine… Es ist alles schon da, man muss es nur nutzen. Im Prinzip habe ich die Werte, die ich für wichtig erachte auch schon vorher im Text genannt.
Frage: Wie wichtig sind Werte wie Sicherheit, Verbundenheit, Vertrauen in Zukunft?
Das ist eine schöne Fragestellung, weil sie sich aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet auf ganz unterschiedliche Weise beantworten lässt.
Betrachtet man diese Frage mal ganz nüchtern, so bleibt nur eine Antwort. Sehr wichtig, da der Mensch ein soziales Wesen ist, braucht er all dieses um ein seinem Naturell entsprechendes Leben zu führen.  Eremiten und Einsiedler lasse ich jetzt mal außen vor.
Auf der anderen Seite finde ich die etwas philosophische Betrachtung dieser „Werte“ viel interessanter. Zunächst einmal frage ich mich, sind diese Werte wirklich Werte? Sprechen wir hier nicht vielmehr über Emotionen und Gefühle? Ich denke es handelt sich hier eigentlich um Gefühle, um das Vertrauen in die Person die in mir diese Gefühle erweckt. Sicherheit? Gab es das jemals? Wohl kaum, wenn wir eines akzeptieren müssen dann ist es, dass Sicherheit niemals wirklich existent war. Wir fühlen uns sicher auf unserer Erde, doch was passiert wenn ein Pulsar diese trifft, können Astrophysiker beeindruckend erklären. Wir fühlen uns sicher in unserer Familie und doch kann die ganze Familie in einem tragischen Unglück ums Leben kommen. Wir fühlen uns sicher bei unserer Partnerin oder unserem Partner, doch auch hier kann vieles unvorhergesehenes geschehen….
Wenn es wirklich einen Wert gibt, den ich wichtig, förderns- und erstebenswert finde, so ist das Ehrlichkeit. Wenn ich darauf vertrauen kann, dass man mir gegenüber ehrlich ist können sich alle genannten Werte oder Gefühle einstellen.
Frage: Wie werden wir miteinander kommunizieren und wie wirkt sich das auf unser übriges Verhalten aus?
Da bin ich tatsächlich überfragt, ich wünsche mir klare, effiziente Kommunikation wo sie angebracht ist und ausschweifende, tiefgreifende Kommunikation ebenso wenn sie angebracht ist. Wenn wir eine gute Mixtur aus beidem schaffen können, dann ist das schon einiges wert.

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