Donnerstag, 19. November 2015

New Work war Gestern und kommt Morgen wieder

Beitrag zur Blogparade: New Work 2016 - Vom Hype zum Alltag 
 
Es ist schon erstaunlich, wie simpel unser Gehirn gestrickt ist, denn alles muss einen Anfangspunkt X haben. Auf Entwicklungen bezogen ist das natürlich Unsinn. Ein simples aber eingängiges Beispiel ist die moderne Mobilität. Ohne die Erfindung des Wagenrades (vor ca. 6.000 Jahren) wäre die heutige Mobilität undenkbar. Ohne die Erfindung des Töpferrades (vor ca. 7.000 Jahren) wäre das Wagenrad undenkbar gewesen. Diese Kausalitäten kann man natürlich ins unendliche spinnen. Dabei wird man auf ein Netz von Ereignissen stoßen, die sich alle gegenseitig beeinflusst haben und nach wie vor beeinflussen. Sie müssen nicht mal in einem, auf den ersten Blick nachvollziehbaren Zusammenhang stehen und dennoch ist alles vernetzt.
 
Diese Erkenntnis, die ich meinem anhaltenden (und wohl nie endenden) Konsum von populärwissenschaftlich aufbereiteter Fernsehberieselung und Literatur verdanke, kann man letztlich auf alles übertragen. Auch auf das ominöse und omnipotente Thema New Work.
 


Ein paar Beispiele gefällig?
  • Erfindung der Steinwerkzeuge - vor ca. 3,3 Mio Jahren - New Work
  • Ackerbau - vor ca. 13.000 Jahren - New Work
  • Industrialisierung - vor ca. 250 Jahren - New Work
  • Erfindung der Computer und Digitalisierung - seit ca. 1940 und anhaltend - New Work
 
Veränderung ist ein fließender Prozess, aber dennoch wartet jeder auf einen erneuten Urknall. Den Tag an dem New Work beginnt und somit jeder in eine zufriedenere Zukunft steuert. Das meinen wohl die meisten, wenn Sie von New Work reden. New Work könnte zwar auch das genaue Gegenteil davon werden, aber das ist egal, daran möchte niemand denken, denn in der Zukunft wird immer alles besser.

Leider ist es nicht so einfach, New Work kann Vorteile bringen über die wir heute noch nicht nachdenken. Es wird aber auch Nachteile bringen, über die wir heute noch nicht nachdenken. Hier beeinflussen sich abertausende Faktoren und es ist wirklich schwer zu prognostizieren was tatsächlich passieren wird. Wir können nur einen gewissen Horizont abdecken und das, was wir heute für modern halten wird dann alt und ggf. nicht mehr En Vogue sein. Es wird ein neues New Work geben und erst im Rückblick wird man sagen können was sich verändert hat. An dieser Stelle sollte man zumindest darüber nachdenken, ob man akzeptieren muss, dass alles im Fluß ist, dass viele kleine Veränderungen das große Ganze bilden. Wir können nicht mit 100%iger Sicherheit prognostizieren, wie sich welcher Faktor auswirken wird. Die Robotik z.B. könnte viel Freiheit schenken, wir könnten am Ende aber auch immer noch im selben Hamsterrad sitzen. Nur, dass "Robi" dann die schweren Sachen hebt. Wenn man dem ein oder anderen Untergangspropheten Glauben schenken mag, könnte es auch sein, dass "Robi" Hammer und Sichel schwingt um der unterdrückenden Menschheit den Schädel zu demolieren.

Der Mensch hat das wundervolle (und trügerische) Potential in Veränderungen das Gute zu sehen und schnell mal zu vergessen, dass positive Entwicklungen negative Begleiterscheinungen haben oder negative Entwicklungen positive Begleit- erscheinungen. 2016 wird der Anfang und das Ende von irgendetwas werden, das ist der Lauf der Dinge. Der Anfang von New Work wird es sicher nicht sein, denn das gibt es nur als Begriff, aber nicht als Faktum. 

Ich werde dennoch weiterhin daran arbeiten, dass das was wir uns unter New Work vorstellen Realität wird, wieder und wieder und wieder. Und wenn 2016 dann doch der New Work Urknall nicht eintritt, dann sollte das auch niemandem überraschen. Ich bin so dreist zu behaupten, dass wird auch 2017, 2018 oder 2019 nicht passieren. Bei 2020 bin ich mir nicht so sicher... ;)

Rückblickend, z.B. im Jahr 2020 werden wir feststellen können was sich verändert hat und dann beginnt die eigentlich wichtige Arbeit, denn dann gilt es gute Entwicklungen zu festigen und die negativen einzudämmen oder im Idealfall zu verdammen. Auf das sich noch mehr gutes Entwickeln mag wenn das Spiel ein weiteres mal von vorne beginnt, wie es schon immer begann und immer wieder beginnen wird.

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